DIE BERGHÜTTE UND DIE KIRCHE

Die Kirche San Pietro

“LA ME BAITA” [Meine Hütte]

Die “Bleibe” von Giacomo Floriani

Die Berghütte und die Kirche

Auf dem Monte Calino, auf 974 m Höhe, neben der kleinen uralten Kirche San Pietro, liegt die Berghütte San Pietro. Ursprünglich genutzt als “romitorio” [Einsiedelei], Klause eines Eremiten, wurde sie im Jahre 1930 vom italienischen Alpenverein SAT, Ortsgruppe Riva del Garda, erworben.

Die Alphütte “Giacomo Floriani”

Giacomo Floriani schrieb Artikel und Gedichte im lokalen Dialekt und einige seiner Werke wurden in den frühen zwanziger Jahren in den Zeitungen Norditaliens und in einigen Sammlungen seines Freundes Riccardo Maroni veröffentlicht.

Frassati Wanderweg im Trentino

Nach seiner Seligsprechung im Jahre 1990, entschied sich der Italienische Alpenverein, Pier Giorgio Frassati ein Wanderwegenetz mit der Bezeichnung “Sentieri Frassati” zu widmen, die in jeder italienischen Region zu finden sind.

Die Berghütte “San Pietro“ – Monte Calino (976 m)

Auf dem Monte Calino, in 974 m Höhe, neben der kleinen uralten Kirche San Pietro, liegt die Berghütte San Pietro. Ursprünglich genutzt als “romitorio” [Einsiedelei], Klause eines Eremiten, wurde sie im Jahre 1930 vom italienischen Alpenverein SAT, Ortsgruppe Riva del Garda, erworben.
Ausgebaut und in eine Berghütte umgebaut, wurde diese am 29. Juni 1931, Hochfest des hl. St. Peter und Paul, im Beisein von circa zweitausend Personen, eingeweiht.
Im Jahr 1995 wurde weitere Renovierungs- und Ausbauarbeiten vorgenommen, die dann Ende 1996 abgeschlossen waren.
1997 fand eine weitere Neueröffnung für die Bergsteiger statt und die Hütte wurde dann offiziell am 19. Oktober 1997 eröffnet.

Die Kirche San Pietro auf dem Monte Calino.
Historische Informationen:

Die Kirche San Pietro wurde zum ersten Mal in einem Testament aus dem Jahr 1296 zitiert. Das, auf der Rückseite des Gebäudes ausgewiesene Datum „1580“ lässt darauf schließen, dass Ende des XVI Jahrhunderts wichtige Renovierungsarbeiten an diesem Gebäude vorgenommen wurden. Im Jahre 1681 wurde der große Säulengang vor der Fassade realisiert. Im Jahre 1821, nachdem die Kirche über einen langen Zeitraum ihrem Schicksal überlassen wurde, sind dann Renovierungsarbeiten vorgenommen worden. Die Einsiedelei, die neben der Kirche San Pietro liegt, wurde in den zweiten Nachkriegsjahren dem italien. Alpenverein SAT überlassen; in diesen Jahren wurden wahrscheinlich auch im Inneren dieser Kultstätte die Renovierungsarbeiten vorgenommen, die für immer die Fresken-Fragmente, die im Kirchenschiff und in der Altarnische sichtbar waren, eliminiert haben.

 

 

Auszug aus “Ecclesie, le chiese del Sommolago”, Maurizio Grazioli. Ed. Il Sommolago, Arco, TN:

“Das Rechenbuch für die Kirche San Pietro in Calino öffnet sich im Jahre 1683, aber aus anderen Quellen wissen wir, dass die Kapelle auf dem Berg viel älter ist. Es wird sogar ein Testament aus dem Jahre 1296 zitiert, in dem eine gewisse Gisla, Ehefrau des Bertolo de Cazoli, aus dem Gebiet Riva, der Kirche San Pietro von „Runzono“, also Rancione, eine Kiste Öl vermacht. Die architektonischen Eigenschaften zeigen eine einfache romanische Anlage auf, während weitere Hinweise zur Annahme führen, dass das Innere teilweise mit Fresken geschmückt war, die sicher sehr antike Motive darstellten. Die Kirche wurde im Laufe der Zeit mehrmals, aufgrund der Baufälligkeit und der Beschaffenheit des Ortes, aber auch zur besseren Nutzung durch die Gläubigen, renoviert. Als Zeitzeuge dafür steht das Datum 1590, das auf der Rückseite des Gebäudes über einer gemauerten Tür eingemeißelt ist und wahrscheinlich auf einen größeren Baueingriff hinweisen sollte. Auch in den Seiten der damaligen Wirtschaftsbücher sind die kleinen und größeren Baueingriffe zugunsten der Kirche und der Einsiedelei festgehalten. Häufig wurden Geldbeträge für Dachschindeln und Holz ausgegeben, die zur Dachrenovierung notwendig waren, da die harten Winter dem Dach sicher schwer zugesetzt hatten; ebenso wurden Jahr für Jahr Geldbeträge für die Erneuerung der Maueroberflächen und für Innen- und Außenrenovierungen des Gebäudes bezahlt. In der Abrechnung aus dem Jahre 1683 sind zum Beispiel die Kosten für die „Fensterläden“, zur Schaffung eines Ausgangs, der Öffnung eines kleinen Fensters mit Gitterstreben, der Renovierung des Raumes, der als Sakristei diente, der Bau von zwei Torbogen vor der Kirche und für eine Treppe, die in den Gemüsegarten führte, ausgewiesen. Sogar das Glockenseil musste von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. Mit großem Fleiß wurden die Arbeiten der “chalcheroti” [Arbeiter, die die Kalkerzeugung vorgenommen haben] und der Transportarbeiter, die das Material auf den Berg gebracht haben, die Arbeitsleistung der Schlosser, Schreiner, sowie die Mahlzeiten, die den Arbeitern angeboten wurden, aufgezeichnet. Im Jahre 1727 reichte der Einsiedler Giovanni Santoni eine Rechnung für ein “acquasantarello” [Weihwasserbecken] und für andere Maurerarbeiten ein, welche die Sand- und Kalkherstellung für die Fußböden und die Bauarbeiten „für die Beplankung unter dem Säulengang von San Pietro“ miteingeschlossen haben. Falls etwas übrigblieb, wurde ein Teil davon für wohltätige Stiftungen ausgegeben, fast immer zugunsten von Kirchen und Altäre, hauptsächlich in der Kirchengemeinde Tenno, seltener, um den Bedürfnissen der mittellosen Personen oder mancher „Bekehrter“, die im Bußgang auf den Berg aufstiegen, gerecht zu werden.

Wie auch bei anderen Bergkapellen oder bäuerlichen Kapellen geschehen, wurde San Pietro normalerweise von Eremiten überwacht, die von hoch oben auf dem Berg Calino das ganze Seegebiet überblicken konnten. Als Ende Juli des Jahres 1694 Seelsorger Virgilio Ruffini sich für einen Pastoralbesuch dorthin begibt, beschreibt er die Schönheit dieses Ortes, von dem aus man ein«amoenissimus prospectus in subiectam planitiem arcensem atque ripensem» bewundern kann, mit anderen Worten ein herrliches Panorama auf die Ebene von Arco und Riva. Weiter schreibt Vater Ruffini, dass bei der Kapelle «in supercilio montis, qui ab ipso sacello mons sancti Petri nuncupatur» [auf dem Gipfel des Berges, der den Namen der kleinen Kirche San Pietro trägt], ein Gebäude, «in supercilio montis, qui ab ipso sacello mons sancti Petri nuncupatur» [eine kleine, ziemlich gemütliche Einsiedelei] gebaut wurde. Der Kirche genoss weiterhin ein Vermächtnis von sechs jährlichen Messen und war mit einem Zimmer ausgestattet, welches den Priestern, die auf den Berg stiegen, um die Messe abzuhalten oder um die Eremiten zu kontrollieren, als Unterkunft zur Verfügung stand.

Es gibt viele Notizen über die Eremiten, einige mit positivem Inhalt, andere wirken besorgt, weil das Verhalten dieser Eremiten nicht immer einwandfrei war. Zusätzlich zur Einhaltungsverpflichtung der kirchlichen Vorschriften wurden sie dazu angehalten, den Wald und den kleinen, nebenliegenden Gemüsegarten zu betreuen, um das Vermächtnis der Gemeinde und der Kapelle selbst zu schützen. Es wurde von ihnen jedoch nicht verlangt, die Verwaltungsarbeiten durchzuführen. Dies übernahmen die Schriftführer, je nach der jeweiligen Verfügung und Kenntnis dieser Männer aus Ville del Monte, die sich in der Verantwortung abwechselten und jeder als Garant für den anderen einstand. Die Abrechnungen aus den Jahren um 1740, ordentlich durch den Kaplan Bernardino Bottesi überschrieben, registrierten das Eigentum von vier Feldern, die einen jährlichen Ertrag von fast fünfzig „troni“ abwarfen; das Recht, eine kleine Summe für Konzessionsgebühren zu erhalten und einen Ertrag von fast hundert „troni“ für noch nicht angerechnete Erbzinsen. Ende des siebzehnten Jahrhunderts änderten sich jedoch die Zeiten und das kleine Gebäude, das sich über Jahrhunderte gehalten hatte, schien in Vergessenheit zu geraten, so dass der Schriftführer 1805 schrieb, dass die Kirche „auf dem benachbarten Berg“ „keine Besucher mehr zu haben“ schien.

In den Registern sind die letzten Abrechnungen bis zum Jahr 1811 verzeichnet, als die „“fabbricieri” aus Tenno und Umgebung, zusammen mit dem Bürgermeister Domenico Brunati und dem Pfarrer Giambatta Valenti, die Abrechnung von Giovanni Marocchi, „dem letzten Schriftführer der Kirche San Pietro auf dem Monte Calino“, erhalten. Die Güter gehen direkt in die Kirchengemeinde über, die als letzten Akt die aufgelaufenen Einnahmen von San Michele im Jahr 1808 bis zu den Ausgaben im August 1811 verzeichnete.
Das heilige Gebäude wurde dann laut den Anordnungen durch Napoleon für religiöse Zeremonien geschlossen und säkularisiert und als Herberge für Menschen und Tiere benutzt.
In der Tat schrieb der Erzpriester von Tenno „unter der italienischen Regierung wurde die Kirche von San Pietro auf dem Monte Calino in dieser Pfarrgemeinde geschlossen und im Nachhinein, nach der Anzeige an den seligen Hochwürdigsten, habe ich erreicht, dass sie säkularisiert wird. Niemals wurde jedoch ein öffentlicher profaner Gebrauch von ihr gemacht, im Gegenteil der Altar und der Heilige Stein blieben immer unbeweglich; die Tore jedoch wurden über lange Zeit hinweg, sogar über Jahre hinaus, vergewaltigt, denn sie standen immer als Herberge für den Bedürftigen offen, wahrscheinlich auch für Tiere. Jetzt hat diese Bevölkerung die Neueröffnung erreicht und die Kirche wurde auch dementsprechend renoviert; jedoch angesichts der Säkularisierung seitens des Bischofs und noch mehr angesichts der Möglichkeit, dass die Kirche beschmutzt worden ist, auch wenn es sich nicht um eine schwerwiegende Verschmutzung handelt, muss, bevor in ihr jegliche religiöse Funktion ausgeübt werden kann, Ihrer Eminenz dies mitgeteilt werden, damit Ihre Eminenz entscheiden kann, ob eine neue Segnung oder eine Aussöhnung vorgenommen werden muss“

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, im Sinne, dass Valenti ermächtigt wurde, eine neue Segnung nach dem Römischen Ritual vorzunehmen. Aber die „Aussöhnung” der Kirche, die nach der Renovierung vorgenommen wurde, war leider nicht in der Lage, die antiken Gebräuche wieder aufleben zu lassen. Die Akten aus dem achtzehnten Jahrhundert beschränken sich auf nur wenige Zeilen. Die Kirchenglocke auf dem Monte Calino läutete für nur zwei Messen im Jahr; die Güter und die Einnahmen wurden direkt mit denjenigen der Pfarrgemeinde aufgerechnet.

Die Kirche “bianca come ‘late” [weiß wie Milch], die in den Mundartversen des Poeten Giacomo Floriani erinnert worden ist, blühte nach dem zweiten Weltkrieg auf, der Ortsgruppe Riva des italien. Alpenverein SAT erwarb das Eigentum San Pietro und rüstete es als alpine Berghütte um. Laut den Augenzeugenberichten wies das Innere zu diesem Datum noch einige Fresken in der Apsis und ein “Letztes Abendmahl” an der linken Wand des kleinen Kirchenschiffs, überdeckt mit einfachen Holzbohlen und Ziegeln, auf. Die nachfolgenden Renovierungen haben jedoch die Wände mit einem Rohverputz zurückgelassen und somit alle Spuren vergangener Frömmigkeit gelöscht. Diese diskutablen Baueingriffe haben es jedoch ermöglicht, dass das antike Gebäude wieder dazu übergehen konnte, wie einst die bergsteigenden Besucher zu empfangen, nur, dass diese Bergaufstiege nun aus einem anderen Grund als früher gemacht wurden. In den heutigen Tagen läutet die Glocke nur noch selten und die wenigen Möbelstücke und Gerätschaften, die vom Mobiliar übriggeblieben sind, darunter zwei schöne Holzstatuen, die den Heiligen Sankt Petrus und den Heiligen Sankt Paulus darstellen, wurden an einen anderen Ort gebracht.

Berghütte San Pietro

Garda Trentino

 Loc. Monte Calino, Tenno (TN) - Italia

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